BÜRGERNAH,                            KOMPETENT,                                UNABHÄNGIG.           

                           

Geschichte Siedlungen Süd

Die Geschichte der Siedlungen Süd Der Begriff Siedlungen Süd wird seit Ende der 50er Jahre im Stadtteil benutzt und beinhaltet die Siedlungen von der Johann-Krieger-Str. (alte Bistumsgrenze) zum alten Kanal und wieder bis zur Münchner Straße. Die Siedlungen sind in zwei Bauphasen entstanden: einmal Anfang der 30er Jahre als der Wald an der Trierer Str. gerodet wurde und neue Siedlungen entstanden.  Zum Zweiten dann nach dem Krieg in mehreren Abschnitten ab den 50er Jahren bis in die 60er Jahre. Vor dem Bau der Siedlungen war das ganze heutige Gebiet Staatsforst mit Ausnahme des schon seit 1860 bestehenden Schießplatzes der Armee.

                              

                               Alter Schießplatz – Luftafnahme 1945

Die Siedlungen, die so entstanden sind waren meist als Siedlerverein organisiert für Mitglieder, die in dem Verein aktiv waren und Hilfe zur Selbsthilfe geleistet haben um die dünne Kapitaldecke, die alle neuen Siedler damals hatten, mit Kraft der eigenen Händen auszugleichen. So war es nicht verwunderlich, dass viele Handwerker hier ihre Heimstatt fanden oder Werksmitarbeiter von Siemens z.B.. Die Siedlervereine der ersten Bauphase waren Heimfried , SV Süd, Falkennest, GAGFAH, Eisenbahnersiedlung, NSBO (nationalsozialistische Betriebsorganisation) heute SV Worzeldorfer Str. und SV Siemens. ((Bild)) In der zweiten Bauphase waren das dann Heimfried II, Falkenheim, Kettelersiedlung, Selbsthilfe Röthenbach, Heim und Familie, Beamtensiedlung, Bund der Kinderreichen und die Schießplatzsiedlung. Die Bauträger wie Gundekarwerk kamen dann am Ende der 50er Jahre.((Bild)) Gerade nach dem Krieg entstanden viele kleine Läden und Einkaufsmöglichkeiten, die sich über die ganze Siedlung verteilten. So war die Saarbrückener Str. eine richtige Einkaufsmeile der damaligen Zeit und selbst die Kettelerstr. war für die Bewohner dieses Teil der Siedlungen ein wahres Einkaufsparadies mit Lebensmitteln und Kurzwaren. Die Infrastruktur wuchs natürlich auch nebenbei. Bereits in den 30er Jahren entstand die Schule in der Saarbrückener Str. (geplant als Julius-Streicher-Schule)  in den 60er Jahren dann die heutige Kettelerschule. 

                               

                               Ketteler- Schule

Die Kirchen hatten mit Emmaus eine Kirche in der Gartenstadt und bauten 1959 den Gemeindesaal im Schulze-Delitzsch-Weg Gemeindezentrum Emmaus parallel war 1954 die Kirche St. Rupert entstanden nach einem Barackenbau dort.


                              Gemeindezentrum Emmaus


                               St.Rupert

St.Wunibald ist 1958 gebaut worden als man annahm, dass die Siedlungen Richtung Weiherhaus weiter wachsen würden. Heute ist das Thema in den Siedlungen „Nachverdichtungen“, weil viele Grundstücke mit einer großen Grundstücksfläche angelegt worden sind, um die Selbstversorgung mit frischem Obst und Gemüse ggf. sogar Kleintierhaltung zu fördern. So werden heute oft in 600-800 qm Gärten Häuser für die Kinder oder auch zur Geldanlage gebaut mit dem entsprechenden Problemen in der Abwasserfrage mit zu kleinen Kanalzugängen etc.. Auf alten brachliegenden Flächen des alten Schießplatzes entstanden die Gebäude der Bayerischen Bereitschaftspolizei kurz BEPO genannt, die heute nach Jahren der Nutzung als Operationszentrale für die Sondereinsatzkommandos (SEK) jetzt wieder zur Ausbildung für Polizisten genutzt werden sollen. Weitere Nachbarn der Siedlungen sind der Rangierbahnhof, der größte Gefällerangierbahnhof Europas mit entsprechender „Nachtmusik“  von quietschenden Bremsen und stockenden Waggons. Der Südfriedhof als größter Nürnberger Friedhof ist ebenfalls ein direkter Nachbar so  dass man manchmal auch den Begriff „Siedlungen hinter dem Südfriedhof“ hörte. Im Süden liegen die Siedlungen Süd am alten Kanal ((Bild))unserer Freizeit- und Naherholungslunge nahe der Autobahn A 73 . Die Siedlungen liegen alle waldnah und immer noch sehr naturverbunden am Stadtrand von Nürnberg, es gibt Spielplätze, Kindergärten und Sportvereine  und so viele Möglichkeiten für die Freizeitgestaltung bis hin zum legendären Steinbrüchlein mit seiner urigen Wirtschaft.

 

Durch weitere Aktivitäten kann die Lebensqualität gehalten und gesteigert werden für uns und für alle, die sich künftig hier niederlassen möchten. Seit 2006 gibt es eine Geschichtswerkstatt der Siedlungen Süd , die an einer umfangreichen Aufbereitung der Geschichte der Siedlungen Süd arbeitet und dies in einem Bildband 2014 veröffentlicht hat.

                                                                                                          Geschichtswerkstatt der Siedlungen Süd